Wie Kinder im Musikunterricht erfolgreich sein können

Wie Kinder im Musikunterricht erfolgreich sein können

Jedes Kind ist auf seine Weise intelligent, und das ist eine Erkenntnis aus meiner jahrelangen Erfahrung im Musikunterricht. Doch es gibt einige Faktoren, die dazu führen können, dass viele Kinder mit dem Lernen aufhören. In diesem Blogbeitrag werde ich auf einige wichtige Punkte eingehen, die Eltern helfen können, ihre Kinder erfolgreich beim Erlernen der Gitarre zu unterstützen.

Die Wahl des Instruments: Klassische oder E-Gitarre?

Manche Kinder beginnen mit dem Gitarrenunterricht, weil ihre Eltern es ihnen vorschlagen, während andere sich selbst für dieses Instrument entscheiden. Doch ein weit verbreitetes Missverständnis ist, dass „Gitarre“ oft mit der E-Gitarre gleichgesetzt wird, obwohl es auch die klassische Gitarre gibt. Leider sieht man in Filmen, Fernsehen oder in den Medien nur selten jemanden, der klassische Gitarre spielt – stattdessen wird fast immer die E-Gitarre gezeigt. Doch viele erfolgreiche Musiker, wie Mark Knopfler von Dire Straits, begannen mit der klassischen Gitarre, bevor sie zur E-Gitarre wechselten. Daher ist es für Kinder wichtig, genau zu wissen, welches Instrument sie lernen werden, um spätere Enttäuschungen zu vermeiden.

Musik ist mehr als nur ein Hobby

Wenn ein Kind beginnt, klassische Gitarre zu lernen, ist es fast so, als würde es eine neue Sprache erlernen. Eltern sollten darauf stolz sein und das nicht auf die leichte Schulter nehmen. Leider betrachten viele Eltern Musikunterricht nur als „Freizeitbeschäftigung“ – ein großer Fehler. Musik ist eine ernsthafte Disziplin, vergleichbar mit Mathematik, Physik oder einer Fremdsprache. Sie wird zwar nicht mit Noten bewertet, und nicht jedes Kind wird später professionell Musik machen, doch Musik ist eine Sprache, die das Gehirn auf vielfältige Weise trainiert. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass Musik eine der wenigen Aktivitäten ist, die das gesamte Gehirn aktivieren. Deshalb ist das Lernen eines Instruments zwar ein Hobby, aber die Ausbildung sollte mit der gleichen Ernsthaftigkeit behandelt werden wie andere Fächer.

Die Bedeutung einer musikalischen Umgebung

Ein entscheidender Faktor für den Erfolg im Musikunterricht ist die Umgebung des Kindes. Stellen Sie sich vor, Ihr Kind besucht einmal pro Woche einen Englischkurs, aber außerhalb des Unterrichts hört es keine englischen Lieder, sieht keine englischen Filme und spricht mit niemandem Englisch. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass es die Motivation verliert, da sein Gehirn keinen praktischen Nutzen für diese Sprache sieht. Genauso verhält es sich mit der Musik. Wenn ein Kind zu Hause nie mit Musik in Kontakt kommt, kann es schnell das Interesse verlieren. Daher ist es wichtig, dass Eltern zu Hause Musik spielen, insbesondere die Art von Musik, die ihr Kind lernt – sei es klassische Gitarre oder andere instrumentale Werke.

Üben sollte einfach und zugänglich sein

Viele Kinder üben nicht regelmäßig, weil es für sie eine zusätzliche Herausforderung darstellt, die Gitarre aus der Tasche zu holen, den Notenständer aufzustellen und sich erst dann hinzusetzen. Eltern können dies erleichtern, indem sie sicherstellen, dass das Instrument und die Noten immer griffbereit sind. So kann das Kind sich einfach hinsetzen und spielen, ohne zusätzliche Hürden zu haben. Diese kleinen organisatorischen Details können einen großen Einfluss auf die Motivation des Kindes haben.

Wenn Kinder nicht üben wollen

Es ist völlig normal, dass Kinder nicht immer Lust haben zu üben. Das bedeutet jedoch nicht, dass sie kein Interesse an Musik haben. Eine gute Lehrer-Schüler-Beziehung spielt hier eine entscheidende Rolle. Selbst wenn ein Kind zu Hause nicht geübt hat, sollte es weiterhin am Unterricht teilnehmen dürfen. Denn Musikunterricht ist nicht nur Üben, sondern auch Inspiration, Motivation und ein kreativer Prozess. Das Wichtigste ist, dass das Kind weiterhin eine positive Verbindung zur Musik aufbaut.

Langfristige Vorteile des Musikunterrichts

Eltern sollten sich bewusst sein, dass Musik eine langfristige Investition in die Entwicklung ihres Kindes ist. Auch wenn ein Kind nur 15 Minuten pro Tag übt, wird es mit der Zeit ein tiefes Verständnis für Musik entwickeln. Ein Kind, das mit zwölf Jahren beginnt, wird mit 18 oder 19 Jahren immer noch eine Verbindung zur Musik haben und kann sein Instrument weiter nutzen. Es geht nicht darum, dass jedes Kind ein Johann Sebastian Bach wird – sondern darum, ihm den Zugang zu einer Welt zu ermöglichen, die viele Türen in der Zukunft öffnen kann.

Fazit: Musik als Lebensbegleiter

Musiklernen ist wie eine Reise in eine unbekannte Welt. Eltern und Lehrer müssen darauf achten, dass Missverständnisse oder falsche Erwartungen nicht dazu führen, dass ein Kind das Interesse verliert. Die Aufgabe der Eltern ist es, ihr Kind zu unterstützen, ihm zuzuhören und es zu ermutigen. Denn Musik kann nicht nur eine Freizeitbeschäftigung sein – sie kann ein lebenslanger Begleiter werden.